Vertikales Holzhaus für Kinder

Architektur, 04.08.26
Claudia Stieglecker
Architekt und Pritzker-Preisträger Francis Kéré hat an der Technischen Universität München TUM sein erstes dauerhaftes Gebäude in Europa realisiert.

Der konstruktiver Holzbau mit fünf Geschossen und einer ikonisch gefalteten Lamellenfassade aus Cortenstahl wurde von Kéré, Professor Architectural Design and Participation an der TUM, entworfen, die Ausführungsplanung verantwortete Hermann Kaufmann. Nach gut zwei Jahren Bauzeit ist die „Kinderoase“ nun bereit für bis zu 60 Kinder von TUM-Angehörigen, die hier betreut werden können – insgesamt stehen für die Kinder dort rund 700 Quadratmeter zur Verfügung.

HOCH HINAUS

Die Kinder sind nach Altersgruppen organisiert, wobei jede Gruppe ein eigenes Geschoss nutzt. In den mittleren und oberen Ebenen befinden sich gemeinschaftliche Bereiche zum Spielen, für Sport und Mahlzeiten, darunter auch ein Mehrzweck-Sportraum. Ganz oben lädt die teilweise überdachte Dachterrasse mit dem Namen „Himmelswiese“ zu Bewegung, frischer Luft und Ausblicken über die Stadt ein. Hier können die Kinder im dicht bebauten städtischen Umfeld geschützt laufen, Sonne und Wind erleben und ihre Umgebung entdecken, so die TUM.

VERTIKALER SPIELPLATZ

Im Mittelpunkt des Entwurfs steht ein vertikaler Spielplatz an der Nordfassade des Gebäudes. Rutschen verbinden die einzelnen Ebenen und machen den Weg ins darunterliegende Geschoss zu einem spielerischen Erlebnis. Gleichzeitig dient dieser Bereich als akustischer Puffer und schützt die dahinterliegenden Gruppenräume vor dem Straßenlärm. Es sei erfreulich, dass die international anerkannte Holzbaukompetenz der TUM ihren sichtbaren Ausdruck am zentralen Standort in München nun gefunden hat, betont Herrmann Kaufmann, emeritierter Professor des TUM-Lehrstuhls für Entwerfen und Holzbau.