Ausgebrannt und aufgebaut

Branche, 09.06.26
Claudia Stieglecker
Nach einem verheerenden Brandschaden hat eine Grundschule im deutschen Kleve eine umfassende Erneuerung in nachhaltiger Holzbauweise erfahren.

Bereits seit Beginn des noch laufenden Schuljahres nutzen rund 200 Schülerinnen und Schüler sowie zwölf Lehrkräfte die neu gebauten Räumlichkeiten: Der Neubau ersetzt nicht nur die zerstörten Mehrzweckräume, sondern erweitert die Schule um einen Verwaltungsbereich und zusätzliche Räume, um den wachsenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Die neuen Räumlichkeiten umfassen vier Klassenräume, zwei Inklusionsräume, zwei Differenzierungsräume, ein neues Lehrerzimmer, ein Sekretariat, ein Büro für die Schulleitung sowie moderne WC-Anlagen, so die Brüninghoff Group, die das Projekt als Totalunternehmer umgesetzt hat.

HOLZRAHMENBAU

Der Neubau der St. Michael Grundschule basiert auf einer Primärkonstruktion aus Holzrahmenbauweise, die auf einem Betonsockel errichtet wurde. Die tragenden Wände bestehen aus Holzrahmenbauelementen, die vorgefertigt und direkt auf der Baustelle montiert wurden. Die Wände bestehen aus einer 24 Zentimeter starken Holzrahmenkonstruktion, die mit 240 Millimeter Mineralwolle gedämmt und einer 16 Millimeter starken Holzfaserdämmplatte versehen wurde. Eine hinterlüftete Holzfassade, die vorvergraut gestrichen wurde, sorgt für Witterungsschutz und Langlebigkeit.

BRETTSPERRHOLZ

Die Decken des Gebäudes sind aus Brettsperrholzplatten mit einer Stärke von 28 Zentimeter für die Geschossdecke und 24 Zentimeter für die obere Decke des zweiten Geschosses gefertigt. Die Deckenplatten wurden laut Brüninghoff bereits im Werk mit einer Schutzfolie versehen, sodass vor Ort lediglich die Fugen verklebt werden mussten, um den Witterungsschutz während der Montage zu gewährleisten. Die Deckenplatten, die bis zu elf Meter lang und 2,5 Meter breit sind, wurden mit Abhangdecken verkleidet.

NACHHALTIGKEIT

Das Dach des Gebäudes ist begrünt, die Schule ist außerdem mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, die einen Großteil des benötigten Stroms erzeugt. Ergänzt wird dies durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die sowohl für die gleichmäßige Beheizung als auch für die Kühlung des Gebäudes in Verbindung mit der verbauten Fußbodenheizung sorgt. Jeder Klassenraum verfügt über ein dezentrales Lüftungsgerät zur komfortablen Raumtemperierung sowie Be- und Entlüftung. Die Klassenräume sind zum Schulhof hin ausgerichtet und bieten durch große Fensterflächen eine helle, freundliche Lernatmosphäre.

VERBINDUNGEN

Die funktionalen Räume wie der Verwaltungsbereich und die Mehrzweckräume sind zur Straßenseite hin ausgerichtet, was eine klare Trennung der Nutzungsbereiche ermöglicht. Die Anbindung des Neubaus an die bestehenden Gebäude wurde durch drei Übergänge gelöst: Zwei im Erdgeschoss führen zur Turnhalle und zum Altbestand, während ein überdachter Übergang im Obergeschoss den Neubau mit einem weiteren Bestandgebäude verbindet.