Fenster-Türen-Treff 2026: 25 Jahre und kein bisschen leise

Branchennews, 12.03.26
Pressemitteilung
Rund 270 Teilnehmer:innen fanden sich zum diesjährigen Fenster-Türen-Treff der Holzforschung Austria (HFA) am 5.-6. März 2026 im Salzburg Congress ein, um die 25. Auflage des beliebten Brachentreffs zu feiern. Neben spannenden Fachvorträgen über Themen aus Technik, Forschung und Wirtschaft für die gesamte Fenster-, Türen- und Sonnenschutzbranche gab es dieses Jahr wieder zwei hochkarätig besetzte Diskussionsrunden mit Expert:innen.

Am heurigen Jubiläums-Fenster-Türen-Treff, der vom 5.-6. März 2026 in der Mozartstadt Salzburg stattfand, informierten sich rund 270 Teilnehmende über innovative Ansätze aus der Forschung, aktuelle Themen und technische Trends. Kooperationspartner des Fenster-Türen-Treff waren wie gewohnt der Verein Plattform Fenster Österreich, die Bundesinnung Tischler und Holzgestalter sowie der Bundesverband Sonnenschutztechnik Österreich.

Sicherheit & Nutzbarkeit

Nach der Veranstaltungseröffnung der Seminarleiterin Dr. Julia Bachinger (Holzforschung Austria) wurde eine Rückschau auf die vergangenen Veranstaltungen gehalten. Gemeinsam mit dem Initiator des Branchentreffs, Dipl.-HTL-Ing. Peter Schober, wurde auch so manches Heitere aus dem vergangenen Vierteljahrhundert des Branchentreffs gebracht. Die Vortragenden betonten besonders die führende Rolle des Fenster-Türen-Treff als Seismograf für Innovationen und technische Neuerungen, wirtschaftliche Entwicklungen sowie die Funktion als Netzwerkplattform der Branche für mittlerweile rund 5500 Teilnehmende.
Patricia Rosenauer, BA (Kuratorium für Verkehrssicherheit) erläuterte dem Publikum anhand der Ergebnisse einer qualitativen Studie mit Einbrecher:innen, welche Einbruchsprävention tatsächlich abschreckt. Sie betonte die Wirksamkeit von sichtbaren Maßnahmen sowie einer belebten Umgebungssituation, um vor allem Gelegenheitstäter:innen in ihren Entscheidungsprozessen und Risikokalkulationen schon vor dem Einbruchsversuch zu beeinflussen. Im Anschluss sprach Peter H. Spitaler (Team Spitaler – Studio für Universaldesign) über die barrierefreie Gestaltung von Türen und Räumen, damit diese von möglichst vielen Menschen ohne Sonderlösungen genutzt werden können. Laut Vortragendem zeichnen sich qualitative technische Lösungen nicht durch Komplexität aus, sondern durch einfache und intuitive Nutzung im Alltag. Der Vortrag leitete direkt in die nachfolgende Podiumsdiskussion über Anforderungen an Fenster und Türen beim Themenbereich Funktionalität, Ästhetik, und Nutzbarkeit über, die von der Gastgeberin Dr. Julia Bachinger (Holzforschung Austria) geleitete wurde. Ing. Andreas Distel (Bundesinnung Tischler und Holzgestalter) plädierte dafür, gemeinsam wirtschaftliche und sinnvolle Lösungen zu finden. Dipl.-Ing. Klaus Helzel (TÜV Süd Industrie Service GmbH / D) ermahnte, dass es immer eine Abwägung geben müsse, ob es sinnvoller sei, bereits bestehende Systeme zu adaptieren, oder mit einem Schritt zurück Lösungen völlig neu zu denken. Dipl.-Ing. Georg Schrattenecker, MBA (Ingenieurbüro Schrattenecker – ZT) ermutigte zum Überdenken der Ausführung von Standardlösungen bei Öffnungsmechanismen von Türen und Fenstern und zur Umsetzung der jeweils notwendigen Lösungen. Peter H. Spitaler (Team Spitaler – Studio für Universal Design) befürwortete den Abbau von Barrieren. Gemeinsames Fazit war, dass barrierefreie Zugänge und sichere Gebäude ganzheitlich geplant werden müssen, um auch technisch hochwertige Lösungen umsetzbar zu machen.
Die Teilnehmenden fanden in der vollständig ausgebuchten Ausstellung wieder genug Raum und Zeit für Gespräche sowie Netzwerkpflege und konnten sich über Produkte und Innovationen informieren.

Einbau & Anschlüsse

Nach der Pause erwartete die Teilnehmenden ein weiteres spannendes Fachgespräch. Gesprächsleiter Dr. Manfred Gaulhofer (Verein Plattform Fenster Österreich) sprach mit Dipl.-Ing. Thomas Walluschnig und Mag. Ingo Ganzberger (beide Verein Plattform Fenster Österreich) sowie mit OR Dipl.-Ing. Heinz Ferk (Technische Universität Graz) über die heimische Fensterbranche im Umbruch. Sie stellten den Verein vor und diskutierten über aktuelle Themen der Fensterbranche, wie etwa die richtige Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen beginnend bei der Außenhülle sowie über den richtigen Fenstereinbau des österreichischen Qualitätsproduktes.
Danach zeigte Dipl. Ing. (FH) Bernd Saß (ift Rosenheim / D) seine Forschung zur schalltechnischen Bewertung kritischer Einbausituationen von Fenstern. Er identifizierte die Materialien zur Montage und die umgebenden Materialien als Einflussgrößen auf die Fugenschalldämmung. Konform des Blocktitels „Einbau & Anschlüsse“ referierte danach Ing. Herbert Tschirk (Sachverständiger) in seinem Vortrag „Rundum dicht?“ über das Zusammentreffen von Wärmedämmverbundsystem, Fensterbank und Sonnenschutz aus der Sicht des Sachverständigen. Er zeigte zahlreiche Schadensfälle und gewährte einen Blick auf die Hintergründe. Um hier Licht ins Dunkel für die Ausführenden zu bringen, hat die Holzforschung Austria federführend erstmals gemeinsam mit beteiligten Verbänden einen neuen Leitfaden zur Ausführung und Planung von dichten Anschlüssen erarbeitet. Dipl.-Ing. Georg Steiner und DI Sylvia Polleres (beide Holzforschung Austria) stellten die technischen Inhalte des Leitfadens „Dicht ums Fenster“ vor. Einen Einblick in die Relevanz und Beweggründe der Zusammenarbeit gaben die Vertreter der beteiligten Verbände: DI Fuad Salic (Bundesverband Sonnenschutztechnik – BVST), Univ.-Lekt. Christian Lautner, MSc. (Österreichische Arbeitsgemeinschaft Putz – ÖAP), DI Dr. Clemens Hecht (Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme – QG). Am Leitfaden wirkte der Verein Plattform Fenster Österreich beratend mit.
Den Abschluss des ersten Tages bestritt Elke Rock, die den Teilnehmenden durch ihren fulminanten Auftritt ad personam die Macht der Präsenz zeigte.
Danach ging es mit dem Bus zur Abendveranstaltung auf der Zistelalm, wo sich die Gäste im traditionellen Zistelstadl beim gemütlichen Abendessen ihren Netzwerken und weiteren interessanten Themen widmen konnten. Ein besonderes Highlight war die Torte zum 25. Geburtstag des beliebten Branchentreffs, die den Gästen unter vielen „Ahs“ und „Ohs“ von der Seminarleiterin Dr. Julia Bachinger (Holzforschung Austria) präsentiert wurde.

Praxis & Recht

Der Vormittag des zweiten Tages der Branchenveranstaltung stand ganz im Zeichen der Praxis. Eröffnet wurde der Block von DI (FH) Karin Hauer und DI Martin Wieser (beide Holzforschung Austria) mit ihrem Vortrag über Mängel und Schäden bei der Ausführung von Fenstern und Türen. Sie zeigten Schadensfälle zu Eis und Kondensat im Falz, Risse in den Flügelprofilen und Verfärbungen der Oberflächen während der Bauphase. Um diese Fälle zu vermeiden, braucht es eine Abstimmung der Gewerke, detaillierte Planung und natürlich die plangemäße Umsetzung sowie eine bedarfsorientierte Kommunikation. Essentiell ist ebenfalls die konsequente werkseigene Produktionskontrolle. Im anschließenden Referat über die Luftdichtheit von Kastenfenstern stellten Dipl.-Ing. Roman Meixner und DI Alexander Stenitzer (beide Holzforschung Austria) gemeinsam mit Assoc.-Prof. DI DI(FH) Dr. techn. Matthias Schuß (Technische Universität Wien) die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „ErKA – Ertüchtigung von Kastenfenstern“ vor. Fazit: Die Untersuchungen zeigen, welche Maßnahmen aus der Praxis welchen Einfluss auf die Luftdichtheit, die Kondensatbewertung und den Schallschutz des Kastenfensters haben. Das Kastenfenster war auch Thema im Folgevortrag von Dipl.-HTL-Ing. Michael Truskaller (Holzforschung Austria), der sich im selben Forschungsprojekt die Verleimung, V-Fuge und Beschichtung der Eckverbindungen in Punkto Wasseraufnahme und Feuchteschutz genauer angesehen hat.
Dipl.-HTL-Ing. Bernhard Elias (Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme e.V. / D) referierte über die Stolpersteine bei der Kunststofffenster-Fertigung, insbesondere im Hinblick auf durchgängige Gütesicherung mit der CE-Kennzeichnung. Auf der sicheren Seite sind Kunststofffensterhersteller, wenn sie Fenster mit geprüften Komponenten laut Systembeschreibung bauen – Abweichungen bedürfen einer Rücksprache mit dem Systemgeber. Wohin die rechtliche Reise für die Branche in Europa geht, zeigte im Abschlussvortrag der Veranstaltung Dipl.-Ing. Frank Koos (Generalsekretär bei EuroWindoor AISBL / D). Er zeigte die Herausforderungen für Fenster und Türen im Kontext der geplanten Europäischen Gesetzgebung auf. Für KMU und Hersteller sind das etwa ein hoher Dokumentations- und Prüfaufwand, steigende Kosten, geänderte Bewertungsverfahren und begrenzte Kapazitäten notifizierter Stellen. Die verpflichtende Anwendung der neuen Regelungen ab ca. 2030 könnte – bei entsprechender Adaptierung – aber auch Chancen eröffnen. Neben einer höheren Transparenz und der Stärkung nachhaltiger Produkte sind dies vor allem eine Digitalisierung der Nachweis- und Dokumentationsprozesse sowie eine effiziente Marktüberwachung und Planungssicherheit.
Zum Abschluss verabschiedete die Seminarleiterin Dr. Julia Bachinger (Holzforschung Austria) die Teilnehmer:innen der durch und durch gelungenen Veranstaltung und kündigte auch gleich den Termin für den nächsten Fenster-Türen-Treff am 4.-5. März 2027 an, der wie gewohnt in Salzburg stattfinden wird.

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