Technik
„Wald-Batterie“

Am Markt sind einige Flammschutzlösungen für Außenanwendungen etabliert, die jedoch nur in Kombination mit einer Decklackschicht anwendbar sind – mit dem Nachteil, dass für den Flammschutz von Holz-Außenfassaden immer ein zusätzlicher, kostenintensiver Arbeitsvorgang notwendig ist. Aufbauend auf bereits gewonnenen Erkenntnissen sind die Forschenden daher der Frage nachgegangen, ob sich eine Brandschutzbeschichtung für Holz im Außenbereich auf Basis von wasserlöslichen Stickstoff-Phosphor-Silanen (N-P-Silane) oder Cyclophosphazenen (CPZ) herstellen lässt.
Am DTNW wurden verschiedene Flammschutzmittel synthetisiert und am Fraunhofer WKI in eine intumeszierende Beschichtung einformuliert. Die Forschenden ermittelten vier vielversprechende Formulierungen. Diese wurden für Untersuchungen im Brandschacht, im Cone-Kalorimeter sowie unter natürlicher Bewitterung verwendet. Zwei der Beschichtungen bestanden aus einer klassischen intumeszierenden Mischung und einem Bindemittel. Die anderen beiden Formulierungen enthielten zusätzlich neu synthetisierte Flammschutzmittel.
Eine Formulierung, die synthetisiertes Flammschutzmittel enthielt, wies auch nach 12 Monaten Freibewitterung noch sehr gute Lackeigenschaften auf, so das Fraunhofer WKI. Außerdem konnte durch die Untersuchung von nicht bewitterten Proben im Brandschacht die Schwerentflammbarkeit nachgewiesen werden. Durch weitere Untersuchungen konnten die Forschenden vorhersagen, dass diese Beschichtung im SBI-Prüfstand zunächst die Baustoffklasse B und nach der Bewitterung die Baustoffklasse C erreichen kann.
Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens stellen eine Chance sowohl für mittelständische Betriebe der Lackindustrie als auch für Firmen aus dem Bereich des Holzbaus dar, heißt es weiter. Bei entsprechender Weiterentwicklung der Effizienz der Flammschutzbeschichtung für die Außenanwendung können diese entwickelten Systeme zur Vermarktung gebracht werden – damit werde der Einsatz von Holz in den höheren Gebäudeklassen möglich.