Gestapelt für den Präsidenten

Branche, 22.09.26
Claudia Stieglecker
Ende August hat der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier symbolisch den Schlüssel für seinen vorübergehenden Amtssitz in Berlin-Mitte entgegengenommen – ein Holzbau.

In rund drei Jahren Bauzeit und insgesamt unter fünf Jahren Projektlaufzeit entstand bis Frühjahr 2026 am Spreebogen ein repräsentatives Gebäude, das für die Dauer der umfassenden Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen am bisherigen Amtssitz Schloss Bellevue und dem Verwaltungsgebäude des Bundespräsidialamts als Ausweichquartier dienen wird. Der markante Neubau mit den geschwungenen, farbigen Fassaden wurde nach Plänen des Architekturbüros Sauerbruch Hutton realisiert.

STAPELWEISE

Das Gebäude wurde in Holzmodulbauweise errichtet: Die einzelnen Büros wurden als Vollholz-Module vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zusammengefügt. Auf einem in Stahlbeton hergestellten massiven Sockelbereich bis zum ersten Obergeschoss wurden die Regelgeschosse mit den vorgefertigten Holzmodulen aufgebaut, das oberste Geschoss wurde als Ingenieurholzbau ausgeführt – es kamen soweit wie möglich nachwachsende Baumaterialien zum Einsatz.

SCHÖNES HAUS

Die Errichtung des Neubaus erfolgte mit dem Standard eines Energieeffizienzgebäudes Bund 40. Gebäude dieses Energiestandards verbrauchen 60 Prozent weniger Energie als gesetzlich vorgegeben, das Gebäude wird sowohl durch Photovoltaik als auch durch Fernwärme versorgt. „Es ist einfach ein schönes Haus geworden“, so der Bundespräsident anlässlich der Schlüsselübergabe. Nach Abschluss der Baumaßnahmen am Schloss Bellevue soll das Gebäude dauerhaft durch andere Bundesbehörden genutzt werden.