Holz schützt Moor

Branche, 15.09.26
Claudia Stieglecker
Im Natur- und Europaschutzgebiet Gerzkopf setzen die Österreichischen Bundesforste ÖBf mithilfe von Lärchenholz eine neue Maßnahme zum Schutz sensibler Moor- und Feuchtbereiche um.

Auf Grundlage eines vom Land Salzburg beauftragten Wegekonzepts wird auf einer Länge von insgesamt rund 150 Metern ein Holzbohlenweg durch das Hochmoor errichtet. Er soll Wandernden künftig gezielt über besonders empfindliche Abschnitte lenken und die Moorvegetation vor zusätzlicher Trittbelastung schützen: Der neue Holzbohlenweg soll Naturerlebnis und Schutzinteressen bestmöglich miteinander verbinden.

TRAMPELPFADE

Der ausgedehnte Moorkomplex mit sensiblen Hoch- und Übergangsmoorflächen erstreckt sich westlich des Gerzkopf-Gipfels auf einer Höhenlage von etwa 1.700 Metern. Der bestehende Wanderweg führt teilweise direkt durch die sensiblen Moor- und Feuchtflächen. Vor allem nasse Stellen werden beim Wandern teilweise seitlich umgangen, wodurch mit der Zeit Trampelpfade und Ausweichspuren entstanden sind, auf die gerade Moorpflanzen empfindlich reagieren, so die ÖBf. Torfmoose etwa besitzen keine Wurzeln, ihre empfindlichen Pflanzenköpfchen können bereits durch geringe Trittbelastung geschädigt werden und regenerieren sich nur sehr langsam.

DEFINIERTE WEGFÜHRUNG

Der neue Holzbohlenweg konzentriert die Nutzung auf eine klar definierte Wegführung und schont dadurch die angrenzenden Moorbereiche. Er besteht aus insgesamt 15 Teilstücken, hat eine Gesamtlänge von rund 150 Metern und wird aus witterungsbeständigem Lärchenholz errichtet. Das benötigte Baumaterial wurde zunächst über eine Forststraße so weit wie möglich zum Moorgebiet transportiert. Für das letzte Wegstück in die sensiblen Moorbereiche übernahm ein Hubschrauber den Transport und setzte die Holzpakete direkt an den jeweiligen Bauabschnitten ab – so konnten zusätzliche Fahrbewegungen im Moor vermieden werden. Die jetzt gezielte Besucherlenkung durch den neuen Weg sei ganz konkreter Naturschutz: Wer auf dem vorgesehenen Weg bleibt, helfe mit, den Lebensraum Moor zu erhalten, heißt es.