Altes und Neues mit Holz verbunden

Architektur, 09.02.26
Claudia Stieglecker
Ein traditionsreiche Landgasthof im schweizerischen Niederbüren wurde nach einem Betreiberwechsel umfassend saniert und erweitert.

Die Betreiberfamilie des Landgasthofs „Zur alten Herberge“ entschloss sich, das historische Riegelhaus aus dem 18. Jahrhundert zu sanieren und einen Neubau mit einem multifunktionalen Veranstaltungssaal und moderner Gastroküche zu errichten. Das geschichtsträchtige Haupthaus mit aufwendiger Täfer- und Riegelfassade wurde denkmalgerecht saniert, die alten Gaststuben sanft renoviert und modernisiert. Das alte Saalgebäude wurde durch einen Neubau ersetzt, der auf das Niveau der Gaststube angehoben und baulich mit dem Haupthaus verbunden wurde. Eine Terrasse für die Außengastronomie verbindet Alt und Neu wie ein kleiner Marktplatz, ein kleiner Grillpavillon macht das Ensemble komplett.

SANFTE MODERNISIERUNG

Zurückhaltung und Einfachheit bestimmen das Gestaltungsprinzip des Neubaus, das die Architekten Forrer Stieger aus St. Gallen gemeinsam mit der Bauherrschaft entwickelten. Blumer Lehmann setzte dafür eine Struktur in Elementbauweise um. Für die Dachkonstruktion überspannen vier 15 Meter lange Fachwerkträger die grosse Saalfläche, die dadurch stützenfrei bleibt. Die unterspannten Giebelwerke wurden aus Brettschichtholz mit Schlitzblechverbindungen gefertigt und mit Dreischichtplatten verkleidet. Am unteren Träger sind holzsichtige Akustikdecken abgehängt. Unter den Fachwerkträgern können mobile Trennwandelemente eingehängt werden, um den Saal für kleinere Gruppen bis zu 16 Personen zu unterteilen.

REGIONALE EINFACHHEIT

Der 250 Quadratmeter große Neubau besteht aus einem geräumigen Saal, der für Anlässe bis 100 Personen genutzt werden kann. Ein quadratisches Deckenraster bricht das große Volumen, sodass der Raum für Veranstaltungen jeder Größe geeignet ist. Die daran anschließende Gastroküche ist über das neue Entree und die Buffetanlage mit dem Haupthaus und der dortigen Gaststube verbunden. Die Innenausstattung betont die regionale Einfachheit, ist sehr zurückhaltend gestaltet und setzt auf helles Holz. Dagegen zeigt die Außenfassade eine geschlossene Nut-Kamm-Schalung in einem dunklen Palisanderton mit roten Fensterrahmen und Lüftungsklappen – ein gestalterischer Bezug auf die Farben des Riegelhauses.

TRADITIONELLER CHARAKTER

Auf dem Dach wird eine weitflächige Indach-Photovoltaikanlage installiert, die den Strombedarf des Landgasthofs künftig teilweise deckt. Ein Heizsystem auf Basis von Erdsonden und Wärmerückgewinnung mache den neuen Landgasthof zukunftsfähig, ohne dass er seinen traditionellen Charakter verliere, heißt es.