Automatisierte Aufforstung

Technik, 15.06.26
Claudia Stieglecker
Im deutschen Bundesland Bayern werden innovative Verfahren getestet, um Waldflächen präzise vermessen und langfristig automatisiert bepflanzen zu können.

Ziel ist es, mithilfe hochauflösender Sensordaten geeignete Pflanzstellen in steilen und schwer zugänglichen Hanglagen zu identifizieren. Dazu kommt in Zusammenarbeit mit der Hochschule München und der Hochschule Kempten eine speziell ausgerüstete Drohne zum Einsatz, die über den Wäldern der Kürnach Gelände, Vegetation und Hindernisse millimetergenau erfasst, so die Bayerischen Staatsforsten. An der Spezialdrohne kann schwere Technik, wie eine Multispektralkamera oder ein Laserscanner, angebracht werden.

TRAINING MIT INFORMATIONEN

Die überflogene Fläche ist ein breiter Hangstreifen, auf dem vor einigen Jahren Holz geerntet und der heuer wieder aufgeforstet wurde. Um die gesammelten Drohnendaten exakt mit realen Standorten zu verknüpfen, hat die Hochschule München sogenannte Targets auf der Fläche verteilt und präzise eingemessen. Zusätzlich wird die Position einzelner junger Bäume kartiert. Diese Informationen sind entscheidend für die nächste Entwicklungsstufe: das Training einer Künstlichen Intelligenz. Die KI soll später automatisch geeignete Pflanzstellen erkennen, an denen prinzipiell ein Pflanzroboter arbeiten kann – Hindernisse wie Steine, vorhandene Bäume oder Reisighaufen müssen dabei zuverlässig erkannt und ausgeschlossen werden.

PFLANZEN MIT DEM ROBOTER

Parallel dazu wird an der Hochschule Kempten ein Pflanzroboter entwickelt, der künftig von einer Schwerlastdrohne an steilen Hängen abgeseilt werden soll. Dort angekommen, soll er selbstständig junge Bäume pflanzen – auch an Orten, die für Menschen bisher nur schwer oder unter hohem Risiko erreichbar sind. Gerade für einen Bergforstbetrieb mit extremen Standorten eröffneten sich damit neue Möglichkeiten für eine sichere und nachhaltige Waldbewirtschaftung, so die Bayerischen Staatsforsten.