Klein, aber Holz

Technik, 14.09.26
Claudia Stieglecker
Das Schweizer Energieversorgungsunternehmen Eniwa realisiert im Wöschnauring Nord eine Transformatorenstation in Holzbauweise, die erste ihrer Art im Kanton Aargau.

Trafostationen sind zentrale Knotenpunkte im Stromnetz: Sie transformieren die elektrische Spannung auf das benötigte Niveau, damit Strom sicher und effizient genutzt werden kann. Beton und Stahl waren lange die bevorzugten Materialien, wenn es um Trafostationen ging. Heute zeigten geprüfte Konstruktionen, dass auch Holz höchste Anforderungen erfüllt – Sicherheit und Brandschutz sind vollumfänglich gewährleistet, informiert Eniwa.

PRAKTISCHE VORTEILE

Gleichzeitig bringe die Bauweise praktische Vorteile: Das geringere Gewicht vereinfacht Transport und Montage, Anpassungen oder Erweiterungen lassen sich flexibler umsetzen. Auch Reparaturen an der Fassade können gezielt erfolgen, ohne das ganze Bauwerk zu ersetzen. Vergleichsrechnungen hätten ergeben, dass Holz-Hybridstationen während der Herstellungsphase außerdem weniger Treibhausgasemissionen verursachen als konventionelle Betonstationen, so Eniwa. Ein weiterer Vorteil der Holzkonstruktion zeige sich bei Hitze: Im Vergleich zur Ausführung in Beton erreicht die Kombination aus Brettsperrholz mit hinterlüfteter Holzfassade bei direkter Sonneneinstrahlung deutlich geringere Temperaturen.

BEWUSST NEUE WEGE

Arbeitsvorbereitung und Fertigung der Stationshülle erfolgen im deutschen Saarburg, das eingesetzte Holz stammt aus der Region und wird dort verarbeitet. Die neue Station besteht aus Brettsperrholz aus Fichtenholz, die Bauteile sind so konzipiert, dass sie am Ende ihrer Nutzungsdauer getrennt und möglichst wiederverwendet werden können. Die Station ist für maximal zwei Transformatoren mit je 1.250 kVA ausgelegt, zum Start kommt ein Transformator mit 630 kVA zum Einsatz, der ein Isoliermedium auf Sojabasis und Materialien mit verbessertem CO2-Footprint verwendet. Eniwa gehe mit der Holz-Trafostation bewusst neue Wege im Netzausbau und verbinde Versorgungssicherheit mit Klimaverantwortung, heißt es.