Für die Fische

Technik, 23.06.26
Claudia Stieglecker
Mit dem New Sydney Fish Market hat die Regierung von New South Wales in Australien nicht nur ein Vorzeigeprojekt für die Förderung von Tourismus und Fischereiindustrie, sondern auch ein ikonisches Holzbauwerk geschaffen.

Der von 3XN Architects, BVN Architects und GXN Innovation entworfene Komplex bewahrt die Identität des historischen Marktes und definiert gleichzeitig seine Beziehung zum Wasser, zur Stadt und zum öffentlichen Raum neu. Im Zentrum des New Sydney Fish Market in Blackwattle Bay steht ein ikonisches, wellenförmiges Holzdach, das von der Bewegung des Wassers und der Meereswelt inspiriert ist – und das größte Holzdach der südlichen Hemisphäre darstellt. Im heurigen Januar wurde der neue Fischmarkt feierlich eröffnet: Bereits in der ersten Woche verzeichnete er über 230.000 Besucher:innen und mehr als 160 Tonnen verkauften Fisch.

11.500 SEEMEILEN

Rubner Ingenieurholzbau war für die Ausführungsplanung, Vorfertigung, den Spezialtransport sowie die technische Unterstützung bei der Montage verantwortlich. Die technische Planung des Holzdaches erstreckte sich dabei über rund 15 Monate und erforderte die koordinierte Zusammenarbeit von sieben Teams. Die Träger aus rund 1.600 m³ Fichten-Brettschichtholz wurden im Hafen von Monfalcone in Italien verladen und legten rund 11.500 Seemeilen bis nach Australien zurück. Die Montage vor Ort erstreckte sich über etwa acht Monate: Dabei wurden zunächst die Kreuzstützen positioniert, gefolgt von den 110 Hauptträgern. Abschließend kamen die diagonalen Hauptträger mit Hakenverbindung hinzu. Neben den Brettschichtholz-Trägern wurden Verbindungen aus über 150 Tonnen Stahl verbaut, so Rubner.

SYMBOL

Das fertige Holzdach des New Sydney Fish Market sei ein Symbol für architektonischen Wert, Umweltfreundlichkeit und ingenieurtechnische Komplexität, heißt es weiter. Oberlichter bringen natürliches Licht in die oberen Etagen und fungieren als Beschattungssystem, integrierte Photovoltaikmodule decken einen Teil des täglichen Energiebedarfs und die Dachfläche ist so konzipiert, dass sie Regenwasser auffängt und für die Wiederverwendung aufbereitet. Bei voller Auslastung ist der Komplex auf über 6 Millionen Besucher:innen pro Jahr ausgelegt, doppelt so viele wie am früheren Standort.