Heilung im Holzbau: Das Stationsgebäude Süd am AKH Wien

Architektur, 15.09.26
HOLZMAGAZIN Redaktion
Mit dem neuen Stationsgebäude Süd erhält das Universitätsklinikum AKH Wien einen Erweiterungsbau, der zeigt, wie sich die hohen Anforderungen eines Krankenhausbetriebs mit zeitgemäßem Holzbau verbinden lassen. Das Gebäude schafft dringend benötigte Flächen für die Wiener Spitzenmedizin und setzt zugleich ein Zeichen für ressourcenschonendes Bauen.
Der Neubau entstand auf dem Areal des Universitätsklinikums AKH Wien und der MedUni Wien, um dem steigenden Platzbedarf des Krankenhauses gerecht zu werden. Entworfen wurde das Projekt von Architects Collective gemeinsam mit der HWP Planung GmbH. Anstelle eines konventionellen Klinikbaus setzten die Planer:innen auf eine modulare Hybridkonstruktion, in der Holz eine tragende Rolle übernimmt.

Im Zentrum des Konzepts steht eine vorgefertigte Holzbauweise. Das Stationsgebäude wurde aus vorgefertigten Raummodulen aus CLT-Platten zusammengesetzt, die bereits mit einem hohen Ausstattungsgrad auf die Baustelle geliefert wurden. Das Gebäude ermöglicht nicht nur eine schnelle Realisierung, sondern erfüllt gleichzeitig die hohen funktionalen und hygienischen Standards eines modernen Krankenhauses.

Gerade im Gesundheitsbau gilt Holz oft als anspruchsvoller Baustoff. Im Fall des Stationsgebäudes Süd wurde das Material jedoch gezielt eingesetzt, um die Vorteile einer leichten und ressourceneffizienten Konstruktion auszuschöpfen. Dazu zählen die kurze Bauzeit sowie die Entlastung des laufenden Krankenhausbetriebs durch eine vereinfachte Baustellenlogistik. Die Architekt:innen verweisen darauf, dass die industrielle Vorfertigung einen wesentlichen Beitrag zur raschen Umsetzung leistete.

Auch gestalterisch unterscheidet sich das Gebäude von vielen funktional geprägten Spitalsbauten. Die Architektursprache bleibt sachlich, setzt aber auf eine klare Struktur und eine hohe Aufenthaltsqualität. Helle Räume und die sichtbare Präzision der Holzbauweise prägen den Charakter des Hauses, auch wenn die konstruktiven Holzbauelemente im Inneren aus Hygienegründen nicht sichtbar belassen werden konnten. Das Projekt verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigt werden.

Besonderes Augenmerk legten die Planer:innen auf die ökologische Bilanz. Durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und den hohen Vorfertigungsgrad konnten Ressourcen geschont und Bauabläufe optimiert werden. Das Gebäude versteht sich als Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesundheitsinfrastruktur. Die Konstruktion folgt dem Prinzip einer Kreislaufwirtschaft, bei der Materialeffizienz und langfristige Nutzbarkeit von Beginn an mitgedacht wurden.

Mit dem Stationsgebäude Süd zeigt das Universitätsklinikum AKH Wien, dass Holz längst nicht mehr nur im Wohn- oder Bildungsbau zuhause ist. Das Projekt demonstriert, wie sich die Potenziale des modernen Holzbaus auch in einem hochkomplexen Krankenhausumfeld nutzen lassen. Entstanden ist ein funktionaler Erweiterungsbau, der medizinische Anforderungen erfüllt und gleichzeitig neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen im Gesundheitswesen setzt.