Mit dem richtigen Schwung

Architektur, 01.09.26
Claudia Stieglecker
Mit dem neuen Central Coast Campus der University of Newcastle entsteht in Australien nicht nur ein Bildungsgebäude, sondern auch ein besonderer Blickfang mit Holz.

Das architektonisch herausragendste Merkmal des Gebäudes ist die erste vollständig geschwungene Fassade aus Ingenieurholz in ganz Australien. Das wellenförmige Fassadensystem ist von der Bewegung des Meeres inspiriert und soll dem Gebäude eine dynamische und zeitgemäße Identität verleihen, indem es sich harmonisch in den städtischen Kontext einfügt und dabei den Campus zu einem stark wiedererkennbaren architektonischen Wahrzeichen macht.

FLIESSEND HEISST KOMPLEX

Hinter der fließenden Form verbirgt sich eine beachtliche technische Komplexität: Um Holz präzise und kontinuierlich über große Flächen zu biegen, bedarf es fortschrittlicher Planungs- und Bearbeitungsprozesse. Die tragenden Holzbauteile wurden von Rubner am Standort Brixen gefertigt. Insgesamt kamen rund 200 m³ Brettschichtholz zum Einsatz, die Träger erreichen Längen von bis zu 12 Metern. Nach der Produktion wurden die Bauteile über den Hafen Genua nach Australien verschifft und legten eine Strecke von 16.000 Kilometern zurück. Die hohe Vorfertigung der Bauteile ermöglichte eine effiziente Montage vor Ort, heißt es.

BEWUSST GEWÄHLT

Der neue Campus richtet sich gezielt an den Bedürfnissen der Region aus. Auf rund 4.550 m² bietet das Gebäude Platz für etwa 900 Studierende und vereint moderne Lernräume, offene Aufenthaltsbereiche, ein Café sowie frei zugängliche Außenflächen. Der Campus versteht sich dabei nicht nur als Bildungsort für Studierende, sondern als lebendiger Treffpunkt für die gesamte Gemeinschaft. Holz wurde bei diesem Projekt ganz bewusst gewählt, als nachwachsender Rohstoff fügt es sich in das nachhaltige Gesamtkonzept des Gebäudes ein und sorgt darüber hinaus für eine warme, angenehme Atmosphäre. Auch kulturelle Aspekte fanden Eingang in die Gestaltung: In enger Abstimmung mit einer First Nations Working Group wurden indigene Perspektiven in Architektur, Gestaltung und Nutzung des Gebäudes integriert.