Hochschulbau nachhaltig und effizient

Branche, 28.07.26
Claudia Stieglecker
Der neue V-Bau der Technischen Hochschule im deutschen Rosenheim setzt auf langlebige Materialien, ressourcenschonende Konstruktion und bewussten Verzicht auf Überflüssiges.

Mit Gesamtbaukosten von etwa 7,5 Millionen Euro entstand auf dem Campus Rosenheim in dreieinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit ein nachhaltiges und hochflexibles Hochschulgebäude in modularer Hybridbauweise. Trotz hoher Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards blieb das Projekt knapp 20 Prozent unter den Regelkosten vergleichbarer staatlicher Hochschulbauten. Als eine der ersten Hochschulen Bayerns trat die TH Rosenheim bei dem Projekt selbst als Bauherr auf: Zu Beginn des Projekts lagen erste Kostenberechnungen noch bei neun bis zehn Millionen Euro – durch konsequente Optimierungsschritte gelang es dem hochschulinternen Team, die Kosten deutlich zu reduzieren.

VON INNEN ZUM AUSSEN

Das Gebäude sei konsequent von innen heraus mit Blick auf die Funktionen geplant worden, informiert die TH Rosenheim. Innerhalb der Hochschule arbeiteten dabei zahlreiche Fachbereiche zusammen, Expertinnen und Experten aus den Fakultäten für Angewandte Natur- und Geisteswissenschaften und Holztechnik und Bau brachten ihre Kompetenzen direkt in die Planung ein, heißt es. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die sogenannte „statische Umdrehung“ des Gebäudes: Große Lehr- und Bewegungsflächen mit hohen Spannweiten wurden in die oberen Geschosse, kompaktere Büroflächen in die unteren Ebenen verlegt. Dadurch konnten Lasten reduziert, Konstruktionshöhen optimiert und Kosten eingespart werden.

INNOVATIVE HOCHSCHULENTWICKLUNG

Wo immer möglich, wurde Beton reduziert und Holz als CO₂-speichernder Baustoff eingesetzt. Realisiert wurde das Gebäude in modularer Bauweise. Die vorgefertigten 2D-Holzelemente mit bereits integrierten Fassaden, Fenstern und Verkleidungen ermöglichten eine kurze Montagezeit, innerhalb von vier Wochen entstand der komplette Holzbau Geschoss für Geschoss inklusive Dach. Eröffnet wurde der V-Bau im Juni, unter seinem Dach vereine er nun modernste Räume für die Physiotherapie, starke Impulse für Forschung und Transfer sowie neue Maßstäbe für wirtschaftliches und nachhaltiges Bauen – mit dem Gebäude V zeige man, wie innovative Hochschulentwicklung gelingen kann, so die TH Rosenheim.