Branche
Holz im See

Das 1. Wiener WohnBAUMprogramm wurde 2021 von der Stadt Wien ins Leben gerufen, um leistbares Wohnen, hohe architektonische Qualität und ökologische Verantwortung zu vereinen, wie es heißt. Insgesamt sollen in drei Phasen rund 1.200 Wohnungen in Holz- und Holz-Hybrid-Bauweise entstehen. In einem Bauträgerwettbewerb konnte sich die MIGRA im Jahr 2022 mit ihren Konzepten für das Paket B erfolgreich durchsetzen, das drei Liegenschaften umfasst: Insgesamt errichtet sie rund 70 geförderte Wohneinheiten mit einer Wohnnutzfläche von rund 5.700 Quadratmetern.
Das Wohnprojekt „Hertha am Wasser“ umfasst dabei 15 geförderte Wohnungen. Der Neubau entsteht am Steinspornweg 33 im 22. Bezirk, direkt am Schillerwasser. Es besteht aus fünf Einzelhäusern, die sich um Dorfplätze gruppieren, und vier kleineren Gemeinschaftshäusern. Die 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen werden um private Freiflächen wie Balkone, Loggien, Terrassen oder Eigengärten erweitert. Gemeinschaftsgärten, Urban-Gardening, Werkstätten, Gartenküche und zentrale Aufenthalts- und Begegnungszonen sollen als Treffpunkte und Kommunikationsdrehscheibe dienen.
Hohensinn Architektur entwickelte ein Baukastensystem, das angepasst an spezifische Gegebenheiten auf unterschiedlichsten Standorten zur Anwendung kommen kann. Hauptbestandteil sind Raummodule, die in immer gleichem Raster eine Vielzahl von Wohnungstypen ergeben, vorgefertigten Nasszellen mit enthaltenen Installationen inklusive. Ein digitaler Zwilling stellt dabei Informationen über Materialien, Bauteile, Reparaturen, Rückbau und Wiederverwertung zur Verfügung, die Nutzung von recycelten Materialien wie zum Beispiel ReUse-Parkett und Altholz sowie die Verwendung des Erdaushubs am eigenen Bauplatz soll die Kreislaufwirtschaft stärken.
Durch das Gesamtenergie-Versorgungskonzept ergibt sich außerdem ein niedriger Energiebedarf: Wärmepumpen mit Tiefensonden werden mittels Fußbodenheizung und Bauteilaktivierung zum Heizen und zur Sommertemperierung eingesetzt. Die Bereitstellung des Warmwassers erfolgt über dezentrale Wärmepumpen. Die begrünten Dachflächen werden für Photovoltaikanlagen genutzt, die der regenerativen Stromerzeugung dienen. Die Fertigstellung der Projekte des Pakets B ist für das 2. Quartal 2028 geplant.
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