Klimafitte Auwälder

Branche, 18.08.26
Claudia Stieglecker
Eine Studie unter Beteiligung des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) zeigt, dass die genetische Zusammensetzung von Pappel-Hybriden maßgeblich bestimmt, wie gut Auwälder künftig wachsen.

Pappeln gehören zu den wichtigsten Baumarten in Auwäldern: Sie wachsen schnell, liefern hochwertiges Holz und binden große Mengen Kohlenstoff. Gerade unter sich verändernden Klimabedingungen bieten sie daher ein großes Potenzial, so das BFW. Doch nicht alle Pappeln eignen sich gleich gut, denn entscheidend ist, welche genetischen Anteile sie von ihren Elternarten – Silberpappel und Zitterpappel – geerbt haben.

SILBERPAPPEL-ANTEIL

Besonders Hybride mit einem hohen Silberpappel-Anteil bieten durch geringere Sterblichkeit in den ersten Jahren, schnelleres Jugendwachstum und höheres Stabilitätspotenzial unter Stressbedingungen klare Vorteile. Diese Eigenschaften senken das Ausfallrisiko und ermöglichen ein schnelleres Wachstum – und je schneller ein Baum wächst, desto früher und mehr Kohlenstoff kann er aus der Atmosphäre speichern. Pappelbestände leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, betont das BFW.

FLAUSCHIGE BLÄTTER

Ein einfacher „Flausch-Check“ der Blattunterseiten bietet Waldbesitzer:innen ein kostengünstiges Werkzeug zur Auswahl der besten Pflanzen direkt vor Ort. Die Dichte der Blattbehaarung steigt mit dem Silberpappel-Anteil und zeigt die genetische Fitness und Stresstoleranz an. Das BFW empfiehlt daher die Messung der Blattreflexion als praxistaugliche Screening-Methode, um robuste Genotypen ohne teure Laboranalysen zu identifizieren. Das erleichterte Entscheidungen bei Aufforstung und Bestandesbegründung deutlich, heißt es.

NEUE WEGE

Die Studie unterstreicht, dass die Zukunft der Wälder nicht nur von der Baumart abhängt, sondern stark von ihrer genetischen Ausstattung geprägt ist. Dieses Wissen eröffne neue Möglichkeiten, Wälder gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig, ökologisch stabil und klimarelevant zu gestalten.