Schadholz als Rohstoff

Branche, 02.06.26
Claudia Stieglecker
Ein Verbundprojekt mit Beteiligung der deutschen Universität Göttingen hat gezeigt, dass fachgerecht behandeltes Schadholz über lange Zeiträume als Rohstoff verfügbar bleibt.

Die Forschenden im Verbundprojekt „NUKAFI“ widmeten sich der stofflichen Verwertung und optimalen Lagerung von borkenkäfergeschädigtem Fichtenholz. Um Veränderungen der Holzqualität in Abhängigkeit von Lagerungsdauer und Standort zu erfassen, analysierten sie zwei Arten der Lagerung. Zum einen untersuchten sie Bäume, die im Wald stehen bleiben und zunächst nicht geerntet werden, die sogenannte „Stehendlagerung“. Zum anderen begutachteten sie trocken gelagertes Schadholz mit unterschiedlicher Lagerungsdauer.

LAGERUNG ENTSCHEIDEND

Die Forschenden untersuchten Feuchteverteilung, Rissbildung, Verformung, innere Spannungen sowie weitere physikalische und mechanische Eigenschaften des Holzes. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lagerung von Schadholz tatsächlich entscheidend ist, da sie maßgeblichen Einfluss auf die Qualität, die Verwendbarkeit und die spätere Verarbeitung des Holzes nimmt, heißt es weiter. Abgestorbene, aber noch stehende Bäume könnten zwei Jahre im Wald verbleiben – danach verschlechtere sich jedoch die Qualität des Holzes.

LEITFADEN

Diese Lagerung entlaste Waldbesitzende, die vor der Herausforderung stehen, mit der Masse an geschädigten Bäumen umzugehen. Die von den Forschenden erhobenen Daten wurden statistisch ausgewertet und in einem Leitfaden mit konkreten Empfehlungen zur Lagerung sowie in einem Merkblatt mit praxisnahen Hinweisen zur Verwendbarkeit des Holzes zusammengefasst.