Auf dem Erdäpfelfeld gewachsen

Branche, 04.05.26
Claudia Stieglecker
Nach zwei Jahren Bauzeit war „Rote Emma“, das nachhaltige Wohnquartier in Holzhybridbauweise in 22. Wiener Gemeindebezirk, mit Mitte März dieses Jahres bereit zum Einzug.

Fünf Baukörper mit acht Stockwerken und insgesamt 360 geförderten Mietwohnungen wurden von der Strabag auf einer Fläche realisiert, auf der früher Erdäpfel angebaut wurden. Die Hybridkonstruktion aus Holz und Stahlbeton reduziere den Material- und Energieeinsatz, ermögliche eine hohe Vorfertigung und dadurch eine effiziente Bauweise, informiert die Strabag. Gleichzeitig blieben Dauerhaftigkeit und Stabilität gewährleistet – Grundlage für die Umsetzung sei eine vorherige, knapp sechsmonatige Planungsphase gewesen.

HERAUSFORDERND

Eine besondere Herausforderung war die Installation der Balkone – aufgrund der Holzhybridbauweise konnten diese nicht, wie üblich, zusammen mit den Deckenplatten betoniert werden. Deshalb mussten die Fertigteilbalkone mit einer speziellen Konstruktion am Stahlbetonskelett des Gebäudes angebracht werden. Während der gesamten Bauzeit musste außerdem besonders auf den effektiven Witterungsschutz der Holzkonstruktion geachtet werden: Stockwerk für Stockwerk wurde mit speziellen Planen einzeln abgedichtet.

GRÜNER SOZIALRAUM

In der Energieversorgung setzt das Wohnprojekt ebenfalls auf nachhaltige Lösungen. Die Beheizung erfolgt über das Fernwärmenetz der Stadt Wien, während im Sommer ein Freecooling-System in Verbindung mit thermisch aktivierten Decken und Grundwasserbrunnen für angenehme Temperaturen sorgt. Die Change-over-Technologie erlaubt den Wechsel zwischen Kühl- und Heizbetrieb. Ergänzt wird das System durch Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen und Pergolen, die Strom für die Allgemeinbereiche bereitstellen. Die Dachlandschaften selbst wurden als Urban-Farming-Zonen gestaltet: Pergolen, begrünte Aufenthaltsflächen und gemeinschaftliche Gärten sollen hier dazu einladen, Gemüse und Kräuter zu anzubauen. So soll ein grüner Sozialraum entstehen, der sowohl Klimaschutz als auch Gemeinschaft fördert.