Gutes Waldjahr trotz Rücknahme der Holzerntemenge

Branche, 26.05.26
Claudia Stieglecker
2025 war einmal mehr eines der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen - trotz der klimatischen Herausforderungen war es für die Österreichischen Bundesforste ÖBf insgesamt ein gutes Waldjahr.

Die Betriebsleistung der ÖBf-Gruppe lag 2025 bei 341,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 42,9 Millionen Euro und lag damit unter dem Vorjahreswert von 49,5 Millionen Euro. Als Gründe dafür werden insbesondere die gezielt zurückgenommene Holzerntemenge sowie niedrigere Strompreise angeführt – dennoch handelt es sich um das viertbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Entsprechend fiel auch das operative Ergebnis mit 43,4 Millionen Euro geringer aus als im Vorjahr, gleiches gilt für das EBITDA, das 2025 bei 60,9 Millionen Euro lag.

BEWUSSTE REDUKTION

Der Kernbereich Forst/Holz schloss 2025 positiv ab: Die Betriebsleistung lag bei 214,8 Millionen Euro – im Vorjahr 233,1 Millionen Euro, das operative Ergebnis bei 0,4 Millionen Euro – im Vorjahr 1,3 Millionen Euro. Der Hauptgrund für den Rückgang war die bewusst reduzierte Holzerntemenge um rund 200.000 Efm auf 1,8 Mio. Efm – obwohl die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz in allen Segmenten hoch blieb, heißt es. Der Bereich Forst/Holz sei stark vom Management des Klimawandels geprägt: Dies zeige sich unter anderem in der Reduktion der Holzerntemenge. Durchforstungen und andere waldbauliche Maßnahmen konnten im Rahmen der regulären Erntemengen trotzdem wie geplant durchgeführt werden.

WALDSCHADEN UND WALDPFLEGE

Die Waldschadensbilanz – also die Kosten für die Käferprävention und -bekämpfung, Schäden an der Infrastruktur sowie Verluste und Lagerkosten im Zusammenhang mit Schadholz – belief sich für 2025 auf 30,5 Millionen Euro – weniger als im Vorjahr, aber trotzdem auf hohem Niveau. 2025 hielten sich die Schäden durch den Borkenkäfer in Grenzen, daher sanken die Aufwendungen für die Käferbekämpfung auf 6,4 Millionen Euro. Die Aufwendungen der Bundesforste für die Waldpflege lagen 2025 in Summe bei 15,8 Millionen Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 18,6 Millionen Euro. Im langjährigen Vergleich zählen sie damit trotzdem zu den höchsten.

MEHR DYNAMIK

Der Klimawandel sei und bleibe die größte Herausforderung, so die ÖBF. In Abstimmung mit dem ‚Wald der Zukunft‘-Beirat bringe man daher noch mehr Dynamik in den Umbau des Waldes: Neben der nachhaltigen Holznutzung gewinne die Stabilisierung der Wälder und der Baumartenwechsel durch Pflege, Durchforstungen und die Ernte reifen Holzes auch in Jahren mit hohem Schadholzanfall weiter an Bedeutung. Dafür werde geplant, dass Holzerntemengen vorübergehend auch über dem nachhaltigen Holzernteziel liegen können. Zusätzliche Erlöse aus diesen Maßnahmen sollen künftig über ein neues ‚Wald-Klima-Konto‘ gezielt für Waldpflege und Forstschutz angespart werden.