Motto: „Timber on Top“

Branche, 25.05.26
Claudia Stieglecker
Beim internationalen Wettbewerb proHolz Student Trophy 26 ging es heuer um die besten Ideen zum Aufstocken mit Holz - aus 119 Einreichungen wurden 3 Siegerprojekte und 5 Anerkennungen gekürt.

Drei Bauaufgaben in drei Städten standen im Rahmen des Wettbewerbs, der von proHolz Austria in Kooperation mit proHolz Bayern ausgelobt wurde, zur Auswahl. Gesucht waren Aufstockungslösungen mit Holz für ein Studierenden-Wohnheim in Laibach, ein Ärztehaus und Bürogebäude in München sowie eine Obdachlosen-Heimstätte in Wien. Studierende aus Österreich, Deutschland, Kroatien, Italien, Slowakei, Russland, Polen, Slowenien hatten im Vorfeld dazu ihre Ideen eingereicht, aus denen eine Fachjury die Preisträger:innen anonymisiert ermittelte. Vergangene Woche wurden an der TU Wien die prämierten Entwurfsprojekte vorgestellt.

THE SOCIAL FLOOR

Der Preis für die Aufstockung eines Studierenden-Wohnheim Laibach ging an Mark Klančar, Eni Katarina Karbić, Neza Lazar und Zak Likar von der Fakultät für Architektur der Universität Ljubljana. Die zweigeschossige Holzaufstockung sei „unaufgeregt auf den Bestand gesetzt und baut diesen in angemessener Weise weiter“, so die Jury.

DUNKLE SCHALE, HELLER KERN

Die Jury zeichnete Finn-Matti Hitz, Zeno Blaas und Jan Ludwig vom Lehrstuhl der TU München für ihren Entwurf der Aufstockung eines Ärztehauses und Bürogebäudes in München aus. Dreigeschossige Aufbauten werden dabei auf das bestehende Volumen gesetzt, wobei der niedrigste Baukörper als Kulturpavillon formuliert wird. Die neuen Fassaden sind durch Luken und gelbe Markisen charakterisiert, die Horizontalbänder des Bestands werden aufgegriffen und weiterentwickelt.

IM DIALOG

Der Neubau greife das Raster des Bestands auf und integriere es in seine Holzbauweise, begründet die Jury den Preis für Pirmin Dietrich, Florian Haring und Benjamin Karg von der BMLUK Stiftungsprofessur für Holzbau und Entwerfen im urbanen Raum an der TU Wien. Die gesamten Holzbaudetails des Entwurfs für die Aufstockung einer Heimstätte für Obdachlose in Wien seien engagiert ausgearbeitet – positiv sei zudem, dass die historischen Fassadenthemen des Wiener Straßenzugs im Neubau als ornamentierte Lochfassade weitergedacht werden. Die fünf Anerkennungspreise gingen an Institute der Bauhaus-Universität Weimar, der FH Joanneum Graz, der TU Graz und der TU Wien, an der sich gleich zwei Teams über je eine Anerkennung freuen dürfen.