Mit Holz gestützt

Technik, 30.06.26
Claudia Stieglecker
Im deutschen Kassel entsteht ein neues Gebäude für die Offene Schule Waldau, bestehend aus einem tragenden Holz-Skelettbau und einer Gebäudehülle in Holzrahmenbauweise.

Lediglich die Erschließungskerne des bis zu vier Geschosse hohen Bauwerks sind aus Stahlbeton: 128 Stützen aus Brettschichtholz mit blockverklebten Querschnitten von 50 x 60 cm und Höhen bis zu 14,11 m fügen sich mit 185 Unterzügen mit bis zu 180 cm Trägerhöhe zu einem tragenden Holzskelett. In jedem Stockwerk werden in dieses Skelett Deckenelemente eingehängt, die 788 Decken- und Dachelemente sind größtenteils 2,5 mal 7,5 m große Rippenplatten aus Brettsperrholz.

VORGEFERTIGT

Die konstruktiven Bauteile – also Stützen, Unterzüge, Decken- und Dachelemente, Wandelemente und Pfosten-Riegel-Fassaden – werden von Rubner im Holzbauwerk maximal vorgefertigt und kommen zeitgenau zur Montage auf die Baustelle. Für die Gebäudehülle werden etwa 280 vorgefertigte Wandelemente verbaut, die bereits ab Werk die Fenster und den Sonnenschutz enthalten. Das größte Wandbauteil ist zwei Stockwerke hoch und 4,40 m breit, so das Unternehmen.

AUFSUMMIERT

Gut 700 m² Pfosten-Riegel-Fassaden vervollständigten das Bauwerk, heißt es weiter. Die Holzbaumontage von Bauteil 1 begann im Oktober 2025, aktuell läuft die Montage des Bauteils 2, die bis im heuerigen Juli abgeschlossen sein soll. Nach den Restarbeiten im Spätsommer dieses Jahres ist der Holzbau dann komplett. Der Einsatz massiver Holzquerschnitte und nachhaltiger Bauteile summiere sich auf ein Volumen von etwa 4.700 m³ Holz aus PEFC-zertifizierten Wäldern, so Rubner. Die Offene Schule Waldau sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie individuelle Architektur in einen anspruchsvollen und modernen Holzbau umgesetzt werden könne.